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DER STEINBRUCHWEG
Informationen zur Geschichte der Granitgewinnung am
Epprechtstein im Fichtelgebirge
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Heimatgeschichte erwandern
Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz am Buchhaus (Hinteres
Buchhaus),
95158 Kirchenlamitz.
Dauer 2 1/2 Stunden, Wegstrecke 3,5 km. Höhenunterschied etwa
120m.
In die Wanderung kann ein Besuch der Burgruine
Epprechtstein (ab Luisentisch ca. 15 Minuten) mit einbezogen
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Granitgewinnung am Epprechtstein
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Die Granitgewinnung am Epprechtstein zu Bauzwecken reicht bis ins
Mittelalter zurück. Das nötige Material lieferten früher die in großer
Zahl zutage liegenden Findlinge und anstehenden Felspartien. Erst zu
Beginn des 19. Jahrhunderts ging man dazu über, Steinbrüche anzulegen.
Mit dem Bau der Eisenbahn begann die eigentliche Entwicklung der
Granitindustrie des Fichtelgebirges. Die Bahn selbst hatte einen großen
Bedarf an Werksteinen, gleichzeitig schuf sie aber auch die
Voraussetzungen für den Transport der Steine über weite Entfernungen. Im
Laufe der Zeit entstanden rund um den Epprechtstein 20
Granit-Steinbrüche, unter ihnen der weithin sichtbare, mächtige
Schloßbrunnenbruch an der Ostseite des Berges.
1897 beschäftigten die fünf Kirchenlamitzer Steinmetzbetriebe rund
450 Arbeiter. Jeder zweite arbeitsfähige männliche Einwohner von
Kirchenlamitz verdiente seinen Lebensunterhalt im Steinbruch oder auf
dem Werkplatz.
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Nach einer leichten Flaute erlebte die Granitindustrie in der Zeit von
1933-1939 eine erneute Hochkonjunktur. Nach dem 2. Weltkrieg hat sie
dann endgültig - weil zu kostenintensiv und durch andere Baustoffe
ersetzt - ihre große Bedeutung verloren. Den Weg zum Arbeitsplatz
mussten die Steinhauer zu Fuß zurücklegen. Das Mittagessen wurde ihnen
von ihren Frauen und Kindern gebracht (den Suppentrogern) und im
Kabinett (Aufenthaltsraum) eingenommen.
Die Arbeit in den Steinbrüchen war schwer und gefährlich. Unfälle,
auch tödliche, beim Sprengen, beim Transport der Steine im Bruch und
beim Verladen waren nicht selten. Gefürchtet war die
Steinhauerkrankheit, wie die Silikose genannt wurde, die durch den Staub
hervorgerufen wurde. Sie führte bei vielen Arbeitern zu frühem Tod. Der
Werkstoff Granit prägte auch den ihn bearbeitenden Menschen: Rauh ist
die Arbeit' und rauh sind wir, charakterisierten sich die Steinarbeiter
selbst. Wenn den Steinhauern auch derbe Charaktereigenschaften
nachgesagt wurden, so waren sie doch nicht selten auch zu Witz und
Scherz aufgelegt.
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Blick in den stillgelegten Alberts-Bruch
(Foto: Heinz Spath) |
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Die nicht mehr in Betrieb befindlichen Steinbrüche wurden inzwischen
weitgehend von der Natur zurückerobert. Steine bieten Lebensraum für
Moose, Flechten und Farne. Kleinsäuger, Flug- und Kriechtiere, wie
Fledermäuse, Kreuzottern, Blindschleichen, Eidechsen, verschiedenste
Nagetiere und Insekten, nutzen die Steinbrüche und Abraumhalden als
Jagd- und Rückzugsgebiete.
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Die Steinbrüche sind als Biotope kartiert und liegen in der Schutzzone
des Naturparks Fichtelgebirge. Berühmt ist aber auch der Epprechtstein wegen seines Mineralienreichtums: Feldspat, Quarz
und Glimmer sind heute zusammen mit anderen sehr seltenen Mineralien
gesuchte Sammlerstücke aus dem Fichtelgebirge. |
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Der Steinbruch-Rundwanderweg
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Am Ausgangspunkt sind in einem über 2 Meter hohen Granitstein eine Übersichtsskizze und die wichtigsten Daten des Weges eingemeißelt.
Der
von hier aus sanft ansteigende Weg führt, vorbei an alten Mauern und
großen Abraumhalden, zu sechs Steinbrüchen:
(Lenks-Bruch, Alberts-Bruch, Schoberts-Bruch, Geyers-Bruch, Blauer Bruch, Schloßbrunnen-Bruch), einer
Pulverkammer, einem Schutzunterstand und einer Verladerampe am Fuße des
Epprechtsteins, an der ehemaligen Lokalbahnlinie Kirchenlamitz/Ost -
Weißenstadt.
Informationstafeln machen den Wanderer an den einzelnen
Stationen mit der Entstehung des Werkstoffes Granit, seiner
Gewinnung, seiner Verarbeitung und seinem Transport vertraut.
Auch auf die am Epprechtstein vorkommenden Mineralien, Pflanzen
und Tiere wird ausführlich hingewiesen.
Ab der letzten Station, der Verladerampe,
führt der Steinbruch- Rundwanderweg auf dem (auf der ehemaligen Bahntrasse
verlaufenden) neu angelegten Sechsämter-Radweg zum Gasthaus Waldschmiede
und von dort auf einem Fußweg zurück zum Ausgangspunkt. |
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Der von der Stadt Kirchenlamitz errichtete Steinbruch-Rundwanderweg
wurde gefördert und unterstützt von:
- Forstamt Weißenstadt
- Naturpark Fichtelgebirge
- Europäische Union
Zweck des Steinbruch-Rundwanderweges ist, den einstmals wichtigen
Industriezweig und die damit verbundenen schweren Arbeitsbedingungen der
Beschäftigten, die auch den Menschen prägten, nicht in Vergessenheit
geraten zu lassen.
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Stationen auf dem Weg des Steinbruchweges und
Wissenswertes dazu:
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Haltepunkt Epprechtstein der Nebenbahn Kirchenlamitz/Ost -
Weißenstadt |
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Mit dem Bau der Eisenbahn begann etwa ab 1844 der Aufschwung der
Granitindustrie. Die Eisenbahn war Großauftraggeber für
Granitquader als Auflager für die Gleise (Vorgänger der
Holzschwellen) und von Werksteinen für den Bau von Gebäuden und
Brücken. Durch das immer dichter werdende Schienennetz
ermöglichte die Bahn aber auch den Transport der Steine über
weite Entfernungen, selbst nach Übersee wurde
Epprechtstein-Granit exportiert. Die Nebenbahn Kirchenlamitz/Ost
- Weißenstadt (1899 eingeweiht) hatte an dieser Stelle einen
Steinladeplatz - im Fahrplan als Haltepunkt Epprechtstein
verzeichnet. Der Steinladeplatz hatte links und rechts neben dem
Hauptgleis je ein Anschlussgleis und die dazugehörigen
Verladerampen. Hier wurden die fertigen Werkstücke auf
Eisenbahnwagen verladen und in alle Welt versandt. 1902 baute
das Granitwerk Gebrüder Frank vom Schloßbrunnen-Bruch zum
Verladeplatz eine Drahtseilbahn. |
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Schloßbrunnen-Bruch |
Der Bruch ist nach der Quelle "Schloßbrunnen" benannt.

Der Granitabbau früher und heute.

Die Gewinnung von Granit zu Bauzwecken reicht weit zurück, ein
Beispiel ist die im 12. Jahrhundert erbaute Burg Epprechtstein.
Das nötige Material lieferten die zutage liegenden Findlinge und
anstehenden Felsen. Durch die markgräfliche Verordnung von 1721
wurde der freien, wilden Gewinnung ein Ende gesetzt. Es wurden
Lehensgebiete geschaffen, in denen nur berechtigte Personen
Granit brechen durften. Am 22. August 1724 wurde erstmals ein
Lehensbrief an einen Kirchenlamitzer Steinmetzmeister
ausgefertigt. Das 1869 erschienene Bayerische Berggesetz
bestimmte, dass in Zukunft nur in planmäßigen, in die Tiefe
gehenden Steinbrüchen gebrochen werden durfte. Die
Steinbruchflächen wurden vom Staat eingewiesen. Rund um den
Epprechtstein gab es 20 Steinbrüche, davon sind zur Zeit noch
drei in Betrieb. |
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Blauer Bruch |
Er hat seinen Namen vom dort gebrochenen bläulichen Granit, dem
die Limonitfärbung fehlt.

Der Mineralienreichtum des Epprechtsteins.

Die zum Teil bereits in der Abkühlungsphase des Gesteinsbreies
entstandenen Mineralien Feldspat, Quarz und Glimmer konnten sich
in so genannten Miarolen oder Drusen (Gasblasen) frei entwickeln.
Sie sind heute zusammen mit anderen sehr seltenen Mineralien
gesuchte Sammlerstücke aus dem Fichtelgebirge, besonders dem
Epprechtstein, einem mineralogisch sehr interessanten Berg. Der
Mineralienreichtum des Epprechtsteins war bereits im 19.
Jahrhundert Anlaß zu wissenschaftlichen Arbeiten an den
Universitäten Europas.
Gefundene Mineralien: Kalifeldspat (Orthoklas) - Natronfeldspat
(Albit) - Rauchquarz - Muskovitglimmer - Turmalin - Apatit -
Flussspat (Fluorit) - Topas - Euklas - Autunit - Herderit -
Torbenit u.a. |
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Schoberts-Bruch |
Der Bruch hat den Namen von seinem Bruchmeister.

In den Brüchen wurde gefertigt:

Tür- und Fenstergewände; Mauersteine für Häuser, Brücken, Türme;
Gartensäulen, Brunnentröge, Denkmäler; Wegplatten,
Treppenstufen, Mühlsteine; Futtertröge für Rinder, Pferde,
Schweine; Kilometersteine, Granitblöcke; Rolliersteine für
Straßenbau; Torbögen für Toreinfahrten; Randsteine, Steinkreuze,
Grabplatten, Grabsteine und vieles mehr. |
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Geyers-Bruch |
Hat seinen Namen vom Bruchmeister Geyer.

Die aufgelassenen 17 Steinbrüche am und um den Epprechtstein
(drei weitere Steinbrüche sind zur Zeit noch in Betrieb) sind,
soweit sie noch nicht von Menschenhand renaturiert wurden, von
der Natur zurückerobert worden. Die Steine bieten Moosen,
Flechten und Farnen Lebensraum. Kleinsäuger, Flug- und
Kriechtiere wie z.B. Fledermäuse, Kreuzottern, Blindschleichen,
Eidechsen, verschiedenste Nagetiere und Insekten, nutzen die
Steinbrüche und Abraumhalden als Jagd- und Rückzugsgebiete. Die
Steinbrüche sind als Biotope kartiert und liegen in der
Schutzzone des Naturparks Fichtelgebirge. Wir bitten die
Besucher dieser Naturschönheiten, auf die trittempfindliche
Vegetation der Moose und Flechten Rücksicht zu nehmen. |
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Lenks-Bruch |
Der erste Besitzer, Robert Lenk, gab dem Bruch seinen Namen.

Arbeitsbedingungen und Arbeitsstruktur in Steinbrüchen.

Die Gewinnung und Verarbeitung von Granit am Epprechtstein war
ein wichtiger Erwerbszweig für Kirchenlamitz, der besonders mit
dem Beginn des Eisenbahnbaues in der Mitte des 19. Jahrhunderts
Aufschwung erhielt. In der Zeit von 1840 bis 1939 fanden in den
Steinbrüchen bis zu 500 Beschäftigte Arbeit und Brot. Den Weg
zum Arbeitsplatz legten die Arbeiter sommers wie winters zu Fuß
zurück. Das Mittagessen wurde ihnen von ihren Frauen und Kindern
(den "Suppentrogern") gebracht und im Kabinettl
(Aufenthaltsraum) eingenommen. Da alle Arbeiter im Bruch Wind
und Wetter ausgesetzt waren, hatte jeder mehrere alte Jacken zum
Wechseln im Kabinettl. In den Steinbrüchen waren beschäftigt:
Bruchmeister, Sprengmeister, Steinmetze (Steinhauer),
Steinbrecher, Schmiede, Abräumer (Hilfsarbeiter), Maurer
(gelegentlich im Winter). |
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Alberts-Bruch |
Bruchmeister Albert gab dem Bruch seinen Namen.

Entstehung des Granits:

Vor 350 Millionen Jahren war unser Gebiet der Boden eines
flachen Meeresbeckens. Durch die damals weltweiten intensiven
Krustenbewegungen entstand bereits nach wenigen Millionen Jahren
ein ansehnliches Hochgebirge. Diese gewaltigen
Gebirgsauffaltungen waren auch Ursache für die Entstehung der
meisten Berglandschaften. In die innere Wölbung der
Gebirgsfalten drang vom Erdinnern her glühend flüssiger
Gesteinsbrei ein. Die Abkühlung und Erstarrung vollzog sich sehr
langsam. So entstanden neben anderen die Mineralien Feldspat,
Quarz und Glimmer, die zur Bildung der Granite führten. Vor 70
Millionen Jahren wurden durch Abtragungen die Granite freigelegt.
Nach der letzten Eiszeit vor 2 Millionen Jahren entstanden die
Blockmeere und Felslabyrinthe. |
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